Leben an Bord


See- und Reisekrankheit
Auch bei Kreuzfahrten gibt es ein Thema, dass nicht immer ganz angenehm ist. „Mal de mer“ nennen die Franzosen eine Krankheit, die schon seit Jahrtausenden bekannt ist - die Seekrankheit. Darunter verstehen Ärzte alle Reaktionen des Menschen auf an sich ungewohnte Bewegungsabläufe vor allem auf Schiffen, aber auch in Automobilen, in der Eisenbahn, in Flugzeugen oder in der Raumfahrt.

Von der Seekrankheit kann jeder betroffen werden, in ca. 90% der Fälle verschwinden die Symptome aber nach zwei bis drei Tagen. Der Einsatz von Medikamenten, vor allem zur Vorbeugung, ist unter Experten umstritten - nicht zuletzt wegen der teilweise recht erheblichen Nebenwirkungen. Wichtigste Hilfe bei modernen Schiffen sind heute die Stabilisatoren, die flügelähnlich unter der Wasserlinie die natürlichen Schaukelbewegungen mindern helfen.

Was tun bei Seekrankheit?
Bei den ersten Anzeichen der Reisekrankheit muss reagiert werden. Auf Schiffen sollte man sich mittschiffs begeben, da dort die wenigsten Bewegungsschwankungen auftreten. Außerdem sollten Sie an die frische Luft gehen und sich mit einer leichten Beschäftigung ablenken. „Geborene Kreuzfahrer“ und vor allem Seeleute haben eine ganze Reihe von Empfehlungen, wie man der Seekrankheit auch ohne Medikamente Herr werden kann.

- kein Alkohol während der Fahrt
- wenig Alkohol am Vorabend
- genügend Schlaf für alle (Mittagsschlaf)
- gesunde Ernährung (fettarm, Kohlehydrat, zwischendurch kleine Häppchen)
- viel Wasser trinken (kein Kaffee, kein Schwarztee, kein Alkohol)
- viel Schatten
- warme, trockene, nicht einengende Kleidung
- soziale Zuwendung
- Akupunktur
- Arm- bzw. Fußbändchen
- Auf dem Rücken mit geschlossenen Augen ruhen
- Über Kopfhörer Musik hören
- Ohropax gegen starke Geräusche
- Leichte, kohlenhydratreiche und fettarme Kost
- Alkohol, Kaffee und Milchprodukte sollten vermieden werden

Medikamente sind umstritten
Die Einnahme von Medikamenten ist unter Fachleuten, vor allem wegen der teilweise erheblichen Nebenwirkungen, stark umstritten. Eine befriedigende Wirkung wird teilweise erzielt, wenn die Medikamente bereits am Abend vor dem Reiseantritt eingenommen werden. Für die Behandlung bzw. die Vorbeugung von Seekrankheiten werden Substanzen verwendet, die dem Brechreiz und der Übelkeit entgegenwirken, dies sind die so genannten Antiemetika, wie z.B. Scopolamin, Metoclopramid, Meclozin, Dimenhydrinat sowie Alizaprid.


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